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 werke von Schiller

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Pudel Katze

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BeitragThema: werke von Schiller   Sa 18 Jun - 0:38:11

An einen Moralisten

Was zürnst Du unsrer frohen Jungendweise,
Und lehrst, dass Lieben Tändeln sei?
Du starrest in des Winters Eise,
Und schmählest auf den goldnen Mai.

Einst, als Du noch das Nymphenvolk bekriegtest,
Ein Held des Karnevals, den deutschen Wirbel flogst,
Ein Himmelreich in beiden Armen wiegtest,
Und Nektarduft von Mädchenlippen sogst,

Ha, Seladon! Wenn damals aus den Achsen
Gewichen wär' der Erde schwerer Ball -
Im Liebesknäul mit Julien verwachsen.
Du hättest überhört den Fall!

O denk' zurück nach Deinen Rosentagen
Und lerne: Die Philosophie
Schlägt um, wie unsre Pulse anders schlagen;
Zu Göttern schaffst Du Menschen nie.

Wohl, wenn ins Eis des klügelnden Verstandes
Das warme Blut ein bisschen muntrer springt,
Lass den Bewohnern eines bessern Landes,
Was nie dem Sterblichen gelingt.

Zwingt doch der irdische Gefährte
Den gottgebornen Geist in Kerkermauern ein,
Er wehrt mir, dass ich Engel werde,
Ich will ihm folgen, Mensch zu sein.
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Pudel Katze

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BeitragThema: Re: werke von Schiller   Sa 18 Jun - 0:38:32

Weit Im Nebel grauer Ferne liegt mir das vergangene Glück.
Nur an einem schönen Sterne hängt mit Liebe noch der Blick

aber wehe des Sternes Pracht, ist es nur ein Schein der Nacht?
Die Liebe kann alles verlangen, doch auch vergänglich kann sie
sein.
Was dahin ist und vergangen, kann es denn die Liebe sein?

Wenn das Liebesglück auch flieht, der Liebesschmerz wird nie
vergehen


Zuletzt von Pudel Katze am Fr 7 Okt - 3:49:20 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Pudel Katze

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BeitragThema: Re: werke von Schiller   Mo 20 Jun - 20:56:07

Der moralische Dichter

Ja, der Mensch ist ein ärmlicher Wicht, ich weiß – doch das wollt’ ich
Eben vergessen und kam, ach, wie gereut mich’s, zu dir!


Zuletzt von Pudel Katze am Mo 20 Jun - 20:57:29 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Pudel Katze

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BeitragThema: Re: werke von Schiller   Mo 20 Jun - 20:56:54

Die Führer des Lebens1

Zweierlei Genien* sind’s, die dich durchs Leben geleiten;
Wohl dir, wenn sie vereint helfend zur Seite dir stehn!
Mit erheiterndem Spiel verkürzt dir der eine die Reise,
Leichter an seinem Arm werden dir Schicksal und Pflicht.
Unter Scherz und Gespräch begleitet er bis an die Kluft dich,
Wo an der Ewigkeit Meer schaudernd der Sterbliche steht.
Hier empfängt dich entschlossen und ernst und schweigend der andre,
Trägt mit gigantischem Arm über die Tiefe dich hin.
Nimmer widme dich einem allein! Vertraue dem erstern
Deine Würde nicht an, nimmer dem andern dein Glück!
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Pudel Katze

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BeitragThema: Re: werke von Schiller   Mo 20 Jun - 22:55:46

Die Kindesmörderin

Horch – die Glocken hallen dumpf zusammen,
Und der Zeiger hat vollbracht den Lauf.
Nun, so sey’s denn! – Nun, in Gottes Namen!
Grabgefährten, brecht zum Richtplatz auf.
Nimm, o Welt, die letzten Abschiedsküsse!
Diese Thränen nimm, o Welt, noch hin!
Deine Gifte – o, sie schmeckten süße! –
Wir sind quitt, du Herzvergifterin!

Fahret wohl, ihr Freuden dieser Sonne,
Gegen schwarzen Moder umgetauscht!
Fahre wohl, du Rosenzeit voll Wonne,
Die so oft das Mädchen luftberauscht!
Fahret wohl, ihr goldgewebten Träume,
Paradieseskinder*, Phantasien*!
Weh! sie starben schon im Morgenkeime,
Ewig nimmer an das Licht zu blühn.

Schön geschmückt mit rosenrothen Schleifen,
Deckte mich der Unschuld Schwanenkleid,
In der blonden Locken loses Schweifen
Waren junge Rosen eingestreut.
Wehe! – die Geopferte der Hölle
Schmückt noch jetzt das weißliche Gewand;
Aber ach! – der Rosenschleifen Stelle
Nahm ein schwarzes Todtenband.
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Pudel Katze

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BeitragThema: Re: werke von Schiller   Di 21 Jun - 18:18:15

Die Kindesmörderin, 2. Teil

Schön geschmückt mit rosenrothen Schleifen,
Deckte mich der Unschuld Schwanenkleid,
In der blonden Locken loses Schweifen
Waren junge Rosen eingestreut.
Wehe! – die Geopferte der Hölle
Schmückt noch jetzt das weißliche Gewand;
Aber ach! – der Rosenschleifen Stelle
Nahm ein schwarzes Todtenband.

Weinet um mich, die ihr nie gefallen;
Denen noch der Unschuld Liljen* blühn,
Denen zu dem weichen Busenwallen
Heldenstärke die Natur verliehn!
Wehe! – menschlich hat dies Herz empfunden!
Und Empfindung soll mein Richtschwert seyn!
Weh! vom Arm des falschen Manns umwunden
Schlief Louisens Tugend ein.

Ach, vielleicht umflattert eine Andre,
Mein vergessen, dieses Schlangenherz,
Ueberfließt, wenn ich zum Grabe wandre,
An dem Putztisch in verliebtem Scherz!
Spielt vielleicht mit seines Mädchens Locke,
Schlingt den Kuß, den sie entgegenbringt,
Wenn, verspritzt auf diesem Todesblocke,
Hoch mein Blut vom Rumpf springt.
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