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 Stasi / 17. Juni 1953

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Pudel Katze

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BeitragThema: Stasi / 17. Juni 1953   Fr 17 Jun - 4:25:36

Eines der dunkelsten Kapitel der DDR-Geschichte begann in den frühen Tagen des Arbeiter- und Bauernstaates. Am 8. Februar 1950 wurde das Ministerium für Staatssicherheit gegründet. Das von der SED als “Schild und Schwert der Partei” bezeichnete Organ, im Volkmund Stasi, diente vor allem der innenpolitischen Überwachung.

Über 30 Jahre war die Behörde unter der eisernen Führung von Erich Mielke. In dieser Zeit wurden hunderttausende Menschen ausspioniert und inhaftiert. In 17 Untersuchungsgefängnissen wurden sie gefoltert, teilweise krebserregender radioaktiver Strahlung ausgesetzt und sogar zum Tod verurteilt. Zum Ende der DDR beschäftigte die Staatssicherheit 91 000 offizielle Mitarbeiter, die Zahl der inoffiziellen Mitarbeiter betrug mehr als 100 000. Dem legendären Geheimdienstchef Marcus Wolf gelang essogar, einen Spion in das Bonner Kanzleramt einzuschleusen.

Das Ministerium für Staatssicherheit der DDR (kurz MfS oder Stasi, abwertend auch SSD) war der Inlands- und Auslandsgeheimdienst der DDR und zugleich Ermittlungsbehörde (Untersuchungsorgan) für „politische Straftaten“. Das MfS war innenpolitisch vor allem ein Unterdrückungs- und Überwachungsinstrument der SED („Schild und Schwert der Partei“) gegenüber der DDR-Bevölkerung, das dem Machterhalt diente. Dabei setzte es als Mittel Überwachung, Einschüchterung, Terror und die so genannte Zersetzung gegen Oppositionelle und Regimekritiker („feindlich-negative Personen“) ein.

Nachdem das MfS bei der Früherkennung und Unterdrückung der sogenannten „Zusammenrottungen“ des Volksaufstandes am 17. Juni 1953 aus Sicht des Politbüros „versagt“ hatte, wurde das Ministerium am 23. Juli 1953 zum „Staatssekretariat für Staatssicherheit (SfS)“ zurückgestuft und dem Ministerium des Innern der DDR unter Willi Stoph unterstellt; erst am 24. November 1955 erhielt es wieder Ministeriumsrang und bekam den Hauptverwaltung Aufklärung genannten Auslandsnachrichtendienst zugeordnet.

Am 17. November 1989 wählte die Volkskammer der DDR einen neuen Ministerrat. Das MfS wurde in Amt für Nationale Sicherheit (AfNS) umbenannt. Dessen Leiter wurde der bisherige Stellvertreter von Erich Mielke, Wolfgang Schwanitz. Mit der Umwandlung des MfS in das AfNS war auch eine Verkleinerung des Apparates geplant, wozu es jedoch in Folge des raschen Zusammenbruchs des MfS/AfNS nicht mehr kam. Am Morgen des 4. Dezember 1989 wurde die Bezirksstelle des AfNS in Erfurt von Bürgern besetzt, nachdem bekannt geworden war, dass die Stasi-Akten vernichtet werden sollten. Am Abend desselben Tages wurden die Dienststellen in Leipzig und Rostock besetzt; Besetzungen in den anderen Bezirksstädten folgten, zuletzt am 15. Januar 1990 in der Zentrale in Berlin. Bei den Besetzungen kam es teilweise zu chaotischen Zuständen.

Quellen:
http://www.chronikderwende.de/lexikon/glossar/glossar_jsp/key=afns.html
http://www.bejm-online.de/gfz/geschichte/
Gieseke: DDR-Staatssicherheit, S. 24
Landesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen
http://de.euronews.net/2009/05/05/die-stasi/
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Pudel Katze

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BeitragThema: Re: Stasi / 17. Juni 1953   Sa 18 Jun - 21:44:31

Erich Mielke: Vorsitzender der Stasi


Erich Mielke wurde auf Wunsch von Walter Ulbricht 1957 Vorsitzender im Ministerium für Staatssicherheit (kurz: Stasi) und somit einer der Hauptverantwortlichen für den Ausbau des flächendeckenden Überwachungssystems in der DDR. Diesen Posten behielt er bis zum 07. November 1989. Zur Zeit von Mielkes Amtsantritt hatte die Behörde rund 14.000 hauptamtliche Mitarbeiter, 1989 schätzungsweise 91.000.

Erich Mielke wurde 1907 in Berlin-Wedding geboren. Seine Eltern zählten 1918 zu den Gründungsmitgliedern der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD). Er verließ die Schule ohne Abschluss. In Moskau erhielt er von 1932 bis 1936 eine politische und militärische Ausbildung und kämpfte von 1936 bis 1939 unter dem Decknamen im Spanischen Bürgerkrieg bei den Internationalen Brigaden. Nach dem Ende des Spanischen Bürgerkrieges tauchte er in Belgien und Frankreich unter.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges kehrte er im Juli 1945 nach Berlin zurück und wurde dort Leiter der Polizeiinspektion Berlin-Lichtenberg. Vom Juli 1946 an war er Vizepräsident der Deutschen Verwaltung des Innern (DVdI), Vorläufers der Stasi.

Am 13. November 1989 sprach Mielke zum ersten Mal überhaupt vor der DDR-Volkskammer mit den Worten: „Ich liebe — Ich liebe doch alle — alle Menschen — Na ich liebe doch — Ich setzte mich doch dafür ein.“ www.youtube.com/watch?v=sN2LNLln0JM


Am 3. Dezember 1989 wurde Mielke aus der SED ausgeschlossen, am 7. Dezember kam er in Untersuchungshaft. 1993 wurde Mielke wegen des Doppelmordes von 1931 zu sechs Jahren Haft verurteilt und 1995 auf Bewährung entlassen.
Mielke starb am 21. Mai 2000 im 93. Lebensjahr in einem Altenpflegeheim in Berlin-Neu-Hohenschönhausen. Am 6. Juni fand er auf eigenen Wunsch seine letzte Ruhestätte in einem namenlosen Urnengrab auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde.

Quellen:
http://www.hdg.de/lemo/html/biografien/MielkeErich/
http://www.praschl.net/index.php?option=com_content&view=article&id=61:erich-mielke-wer-weinte-um-den-herrn-der-angst&catid=1:menschen&Itemid=25
http://www.hrr-strafrecht.de/hrr/5/94/5-434-94.php (Urteil Bundesgerichtshof)
http://www.swr.de/swr2/wissen/archivradio/archivradio-stasi-baender-mielke/-/id=2847740/nid=2847740/did=7698126/1xnmoec/index.html
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BeitragThema: Re: Stasi / 17. Juni 1953   Mo 20 Jun - 4:06:08

Die Seite honecker.de enthält viel wissenswertes über die DDR.

Auch wird das Spiel "Durch Die DDR" vorgestelllt, welches probehalber gespielt werden kann. Es müssen Fragen beantwortet werden.


1.) Von wem stammt der Spruch "Den Sozialismus in seinem Lauf hält weder Ochs noch Esel auf"?
August Bebel
Erich Honecker
Herbert Wehner

8.) Welcher Staatsbesuch Erich Honeckers wurde 1984 auf Druck der Sowjetunion abgesagt?
USA
BRD
Japan

Für Nostalgiker, IMs und DDR-Liebhaber sicherlich ein großes Vergnügen.

Viel Spaß beim Spielen
www.honecker.de/rubriken/spiele/durch-ddr/durch-die-republik.html
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BeitragThema: Re: Stasi / 17. Juni 1953   Mi 22 Jun - 19:29:12

In Berlin haben bereits jetzt die Gedenkfeiern zum Mauerbau begonnen

Wowereit enthüllte am Dienstag an der Puschkinallee in Treptow die ersten zwei von insgesamt 24 "Mauerbildern". Auf ihnen wird an elf historisch bedeutsamen Standorten im Stadtgebiet die Geschichte der Grenzbefestigung gezeigt. Die großformatigen Bildtafeln werden nachts beleuchtet.


Viele weitere Informationen und Fotos gibt es auf der Seite www.mauerfotos.de. Sie enthält das größte Fotoarchiv im NEtz über die Mauer.
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BeitragThema: Schiffsunglück im Treptower Park   Fr 24 Jun - 4:48:23


Gedenksteine am Unglücksort und auf dem Friedhof Friedrichshain, der Unglücksort heute

Ein anderes dunkles Kapitel ereignete sich vor dem Mauerbau nahe dem Grenzgebiet zwischen Ost- und Westberlin.

Ein Schiffsunglück mit mindestens 30 Tote, davon 28 Kinder. Es war das größte Schiffsunglück in der DDR. Über die genaue Opferzahl ist bis heute nichts bekannt. Nach Westberliner Schätzung kamen bis zu 49 Personen ums Leben. Nach Ostberliner Angaben hingegen nur 30. Nach Zeugenangaben gab es zwei gemeinsame Grabstellen, heute existiert aber nur noch eine.

Nur über den Vorfall gab es identische Angaben aus Ost- und Westberlin: Ein Motorschiff sollte am 5. Juli 1951 mit 127 Kindern einen Ausflug unternehmen. Nach 300 Metern Fahrt explodierte der Benzinmotor und setzte das gesamte Schiff in Brand. Alle Kinder, die im Unterdeck saßen, starben. Der Kapitän wurde zu 15 Jahre Zuchthaus verurteilt, obwohl seine Schuld nicht einwandfrei bewiesen wurde und er nur auf Anweisungen reagierte. Nach der Haft ging er mit seiner Familie in den Westen.

Das Unglück wurde in der Zeit des Kalten Krieges von den Ost- und den Westmedien instrumentalisiert und sehr unterschiedlich dargestellt. Die Ostmedien berichteten über unterlassene Hilfeleistung seitens Westberlin, die Westmedien berichteten über die vernachlässigte Hilfe vor Ort von der Ostberliner Polizei.

Über das Unglück gibt es den Dokumentarfilm "Tod auf der Spree. Das Unglück auf der MS Heimatland", ein Gedenkstein am Tatort (oben) und ein Gedenkstein auf dem Friedhof Berlin-Friedrichshain.
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BeitragThema: Re: Stasi / 17. Juni 1953   So 14 Aug - 2:57:37

Mauertote:

Die Zahl der genauen Mauertoten ist nicht bekannt, da die DDR versuchte einige Tote geheimzuhalten. Die Zahlenangaben zu den Toten an der Berliner Mauer und der innerdeutschen Grenze sowie der Grenze an der Ostsee sind je nach Quelle sehr unterschiedlich und schwanken im Laufe der Jahre nach der deutschen Einheit.

Vom Tag des Mauerbaus am 13. August 1961 bis zum Fall der Berliner Mauer am 09. November 1989 kamen an der Berliner Mauer bei dem Versuch, die Grenzanlagen zu überwinden, mindestens 98 Personen ums Leben. Weiterhin kamen 27 Personen ohne Fluchtabsicht ums Leben.

An der innerdeutschen Grenze und an der Seegrenze (Ostsee) wurden nach dem 13. August 1961 mindestens 50 Personen gewaltsam durch Schusswaffen oder andere Gewaltakte der Grenztruppen getötet, 33 Personen kamen durch Erd- oder Splitterminen ums Leben.

Die Berliner Staatsanwaltschaft gibt 169 Todesfälle durch Gewaltakte für die Zeit vom 13.08.1961 bis zum 09.11.1989 an der DDR-Grenze einschließlich Berlins an.
http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/16/064/1606486.pdf





Zuletzt von Pudel Katze am So 14 Aug - 3:37:21 bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Stasi / 17. Juni 1953   So 14 Aug - 3:32:32

Mauertote

Die erste bekannte Mauertote war Ida Siekmann. Am 21. August sah sie, wie die Tür ihres Hauses verbarrikadiert wurde. Am nächsten Morgen warf sie ihre Habseligkeiten aus dem Fenster ihrer Wohnung im dritten Stock. Dann sprang sie, möglicherweise aus Angst entdeckt zu werden, hinterher, bevor die West-Berliner Feuerwehr mit einem Sprungtuch zu Hilfe kommen kann. Am Tag vor ihrem 59. Geburtstag starb sie.

http://www.petervannugteren.com/berlin.html

Der erste erschossene Mauertote war Günter Litfin. Er versuchte zwischen den Bahnhöfen Friedrichstraße und Lehrter Bahnhof von Ost- nach West-Berlin über einen Kanal zu schwimmen. Dabei wurde er von Grenzern entdeckt - und erschossen. Vom Tod des ersten Maueropfers erfuhr sein Bruder einen Tag später aus dem Fernsehen. Im August 2003 eröffnete sein Bruder eine Gedenkstätte in einem ehemaligen Grenzturm.

http://www.gedenkstaetteguenterlitfin.de/

Der berühmteste Mauertote war Peter Fechter, der am am 17. August 1962 von Grenzsoldaten der DDR erschossen, als er mit einem Arbeitskollegen versuchte, die Mauer Richtung West-Berlin zu übersteigen. Schwer verletzt lag Peter Fechter ohne medizinische Hilfe im Grenzstreifen am Fuße der Mauer. West-Berliner Polizei durfte nicht eingreifen. Auch die Posten der West-Alliierten am Checkpoint Charlie schalteten sich nicht ein. Nach fast einer Stunde verblutete er und wurde von den Grenzsoldaten der DDR abtransportiert. Sein Kollege konnte die Mauer unverletzt überwinden.


Der erste tote Grenzsoldat war Jörgen Schmidtchen. Er wurde am 18.04.1962 von zwei anderen Grenzsoldaten getötet, die in den Westen flohen. Insgesamt wurden 27 Grenzsoldaten getötet, auch durch Schießereien mit West-Berliner Tunnelbauer.
Eine Übersicht über alle toten Grenzsoldaten. http://home.snafu.de/veith/ehrenhai.htm


Westberliner Mauertote: Der West-Berliner Hermann Döbler macht einen Bootsausflug vom Wannsee zum Teltowkanal und verirrt sich dabei auf das Gebiet der DDR. Dort wird er gezielt mir vier Schüssen erschossen. Seine Begleiterin überlebt schwer verletzt. Auf der Beerdigung sind über 1000 Trauergäste.
http://www.chronik-der-mauer.de/index.php/de/Start/Detail/id/593925/page/3

Der letzte Mauertote war Chris Gueffroy. Im Februar 1989 besuchte der schwedische Präsident die DDR. Bei Staatsbesuchen aus den Westen wurde der Schießbefehl aufgehoben. Jedoch irrte sich Chris Gueffroy um einen Tag. Er flüchtete am 05. Februar und wurde dabei erschossen, der schwedische Präsident kam erst am 06. Februar.
http://www.chronik-der-mauer.de/index.php/de/Start/Detail/id/593925/page/3

HIER eine Übersicht über alle Mauertote.
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